hermann-memorial-580624_1280 (1)Das Konservativ/rechte Spektrum tat sich seit jeher schon immer schwer mit der Formulierung eigener moralischer Grundsätze und eines ethischen Bezugsrahmens, der an die eigenen politischen Forderungen anknüpft. Durch die allgemeine gesellschaftlich exponierte Stellung, stellte es sich als eine schwierige Aufgabe dar, nicht nur eine generelle Gegnerschaft oder Feindbestimmung in den politischen Diskursen einzunehmen, sondern auch klare eigene Werte zu konkretisieren, die über reine Rationalität und politischen Pragmatismus hinausgehen. Werte, die einen klaren, eigenen positiven moralischen Kontext strukturieren.

Aus dem Unvermögen, eigene positive moralische Grundsätze zu formulieren, findet ein weitgehender Rückzug statt, der sich in der Darstellung der Lächerlichkeit des politischen Gegners erschöpft. Schlagwörter wie „Gutmensch“ und „Moralapostel“ sollen dem politischen Gegner eine infantile Naivität unterstellen, die ihm aber semantisch dennoch eine moralisch positive und „gute“ Rolle zuspricht, während die eigene metapolitische Randständigkeit als euphemistisches Indiz für einen absoluten Wahrheitsanspruch genommen wird. Die Realität und mit ihr der Gültigkeitsanspruch der Naturwissenschaften, werden als Waffen gegen die linksliberale Hegemonie ins Feld geführt, ohne dabei ihren tieferen moralischen Begründungskern durchdrungen zu haben, der aber durch einen nicht unbeachtlichen Faktor metapolitischer Macht gekennzeichnet ist.

Insoweit verharrt man in seiner gesellschaftlichen Nische, die einem ohnehin schon fremdbestimmt zugewiesen ist. Durch eigenes politisches Handeln wird diese immer wieder bestätigt und somit der eigenen Selbstisolation Vorschub geleistet. Natürlich sind Wörter wie „Gutmensch“ und „Politische Korrektheit“ begriffliche Prägungen, die auch über das eigene Milieu hinaus in der Bevölkerung eine breitenwirksame Verwendung finden, sie reproduzieren dennoch, vermutlich unbewusst, die klare moralische Trennlinie, die linkes, humanitäres und kosmopolitisches als „gut“ postuliert und rechtes Denken grundsätzlich als reaktionär, rückschrittlich und menschenfeindlich, also „böse“, darstellt. Was könnte also nun ein positives, moralisches Grundverständnis für das patriotische Milieu bedeuten?

Moral ist grundsätzlich immer durch den zentralen Antagonismus von „Gut“ und „Böse“ konstituiert. Neben der Bestimmung, was gültige moralische Normen und Werte darstellt, erschließt sich der ontologische Zugang zur Moral in dieser „Gut“ – „Böse“ Dichotomie. Selbstverständlich sind hierbei qualitative Abstufungen gegeben, die auch immer eine differenzierte und subjektive Auffassung der Moral einschließen. Ungeachtet dessen können wir aber feststellen, dass kein Gemeinwesen und keine komplex strukturierte Gesellschaft ohne einen festen moralischen Kompass auskommt, der zwar immer den gesellschaftlichen Veränderungstendenzen unterworfen ist, aber dennoch den Zweck eines ethischen Grundgerüstes darstellt erfüllt. Die Bestimmung dessen, was in diesem moralischen Koordinatensystem als „Gut“ und „Böse“ zu bewerten ist, ist gleichzeitig auch immer mit metapolitischer Hegemonie verknüpft.

Es wird kaum möglich sein, die Bereiche der Metapolitik und der Moral voneinander zu trennen. Gerade da wir uns als Identitäre einer metapolitischen Grundausrichtung verschrieben haben, die auf die Beeinflussung gesellschaftlicher Hegemonialstrukturen abzielt , müssen wir auch die moralischen Mechanismen verstehen, die ihren Stempel auf die vorpolitischen und gesellschaftlichen Diskurse setzen, in denen wir unser politisches Wirken verorten. Die Gültigkeit unserer Ansichten und Forderungen muss sich auch anhand moralischer Grundwerte ableiten.

An moralischen Diskursen mangelt es unserer Gesellschaft gewiss nicht. Auf der abstrakten Metaebene erleben wir seit Jahren eine moralische Debatte über den allgemeinen Transformationsprozess zu einer kosmopolitisch und globalstrukturierten Weltgesellschaft, in der alle Völker, Kulturen und Traditionen miteinander verschmelzen und durch einen liberalen Universalismus usurpiert werden.

Auf der unteren Ebene sind wir aktuell mit der moralischen Dimension außereuropäischer Flüchtlingswellen konfrontiert und der Frage, inwieweit wir als Europäer eine humanitäre Verantwortung für das Leid in der dritten Welt haben. Ein exemplarisches Beispiel, wie die Platzierung eines moralischen Antagonismus funktioniert, konnte man vor wenigen Wochen im Berliner Regierungsviertel beobachten. Ein sogenanntes „Künstlerkollektiv“ mit der Selbstbezeichnung „Zentrum für politische Schönheit“ machte sich mit 5000 weiteren Demonstranten auf den Weg zur Reichstagswiese, um unter dem Motto „Die Toten kommen“ vor dem Reichstagsgebäude „Gräber“ auszuheben, die die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge symbolisieren sollten. Ihre „bürokratischen Mörder“ die durch die vermeintliche europäische Abschottungspolitik, deren Tod zu verantworten haben, sollten in Nähe ihres Arbeitsplatzes unmittelbar mit dem Leid, welches sich an den Mittelmeerküsten abspielt, konfrontiert werden.

Unmissverständlich dürfte klar sein, dass es den Akteuren dieses Künstlerkollektivs weniger darum ging, eine ergebnisoffene Debatte über die Flüchtlingspolitik zu führen. Vielmehr bedienten sie sich einer moralischen Rhetorik, die den antagonistischen Grundsatz von „Gut“ und „Böse“ wiedergibt und die pauschale Verantwortung an dem von ihnen ausgemachten „Bösen“ den politischen Eliten zuweist. Mit dem Thema „Tod“ ergeben sich schließlich zwangsläufig moralische Aufblähungen, bei denen gerade im politischen Bereich viel Sensibilität erforderlich ist.

Ein weiteres Beispiel spielte sich kürzlich vor der franko-italienischen Grenze ab, an der mehrere Flüchtlinge in einen Sitzstreik gegangen waren und den Grenzübertritt von Italien nach Frankreich forderten, der ihnen von den französischen Behörden jedoch untersagt wurde. Ihrem Begehren verhalfen sie vor allem zu Nachdruck, indem sie selbst die Botschaft transportierten, dass sie sich als „Avantgarde einer neuen Welt ohne Grenzen“ verstünden. Auch hier wird ein visionärer Kern deutlich, der ein utopisches Ideal anstrebt und dabei eine bessere Welt für alle Menschen einfordert. Die Verwirklichung einer unendlich „freien“ Welt, die sich von jeglichen Begrenzungen der heimatlichen Verortung emanzipiert.

An dieser Stelle kommen wir auch zum eigentlichen Kern, der im gesamten linksliberalen Establishment die moralische Agenda bestimmt, unabhängig von unterschiedlichen Interessen, die mittels dieser „no border –no nation“-Ideologie verwirklicht werden sollen. Es ist dies der Ausdruck eines kosmopolitischen, globalen und humanitären Verständnisses, in der die Welt als Einheit und die Menschen als eine große Familie wahrgenommen werden. Die „One World“-Ideologie, ohne konkrete menschliche Eigenschaften (von) ethnischer Herkunft, Kultur, Tradition und kontextuelle Verwurzelung, einzig die abstrakte Reduzierung auf die Eigenschaft „Mensch zu sein“, begründet jede ideologische Umsetzung des kosmopolitischen und globalistischen Glaubens an die eine Menschheit. Genau in die gleiche Richtung stößt auch der moralische Konsens, der in den westlichen Gesellschaften die hegemoniale Position einnimmt. Es ist die Utopie des abstrakten Menschen, der sich von jeglichen bindenden Lebenszusammenhängen emanzipiert, es ist die grenzenlose Welt  als „Nicht-Ort“, die das humanistische Ideal der einen „Menschheit“ verwirklicht.

Mit Sicherheit hat sich dieses moralische Verständnis durch beharrliche Propaganda subkutan in das gesellschaftliche Bewusstsein geschlichen, doch viele weitere wechselwirkende Mechanismen tun ihr übriges. Allein schon durch die globale technische Vernetzung und weltweite Kommunikation in Echtzeit, sind wir dazu befähigt, Empathie auch außerhalb unserer eigenen unmittelbaren Gruppenzugehörigkeiten zu empfinden. Epidemien, Bürgerkriege, Hungersnöte und Naturkatastrophen können wir durch mediale Vermittlungen in einer historisch einmaligen Authentizität und Aktualität wahrnehmen. Schon dadurch verändern sich auch unsere moralischen Bewertungsmaßstäbe, die sich früher zumeist auf die eigene Herkunftsgruppe beschränkten.

Was kann aber von konservativ/patriotischer Seite dem kosmopolitischen Streben nach dem Einheitsmenschen in der Einheitswelt entgegengesetzt werden? Das kosmopolitische Streben der Linken gilt nicht nur einer globalen Humanitätsduselei. Es verknüpft sich inzwischen auch mit einem tiefen Selbsthass auf die eigene Herkunft, die eigene Verwurzelung, das eigene ethnokulturelle Erbe. Sie sind von einem tiefen Ethnomasochismus geprägt, der schon fast heilige Züge annimmt und das Fremde pauschal als eine kollektive Glückserfüllung betrachtet. Es ist eine fundamentale Verachtung des „Eigenen“ welches sie mit einem ewigen Schuldkult aufladen, der durch die Huldigung des Fremden als neue Heilige abgetragen werden soll.

Was hat das rechte Lager diesem riesigen Komplex aus Schuldkult und ethnomasochistischer Selbstverachtung entgegenzusetzen? Die politische Praxis der „Rechten“ manövriert auf der Ebene des „besseren Arguments“. Mittels präziser und faktischer Argumentation gibt man sich der illusorischen Vorstellung hin, dass allein durch beharrliche, rationale Aufklärungsarbeit die Richtigkeit ihrer Ansichten von der Bevölkerung honoriert wird. Doch wie bereits eingangs erwähnt, besteht das Feld der Moral nicht aus „richtig“ oder „falsch“ sondern aus „gut“ und „böse“. Unsere metapolitische Aufgabe kann sich daher nicht nur in der Deckungsgleichheit unserer Ansichten mit der Realität erschöpfen. Man kann sogar vermuten, dass selbst ein Linker in einem besinnlichen Moment anerkennt, dass die Masseneinwanderung in der Dimension, wie sie aktuell stattfindet und vermutlich auch in Zukunft stattfinden wird, keinen dauerhaften Frieden und Stabilität für Europa bedeuten kann. Doch tiefergehend verbirgt sich dahinter eine moralische Metaebene, die die Komponenten von Volk, Kultur, Ethnos, Tradition und Herkunft lediglich als sozial konstruierte Elemente begreift und den weltumspannenden, egalitären Einheitsmenschen als die bessere Alternative postuliert. Ein träumerisches Utopia, das sich von allen Begrenzungen und Machbarkeitsbeschränkungen, die dem Menschen auferlegt sind, emanzipiert hat.

Will man nun einen gemeinsamen moralischen Nenner postulieren, der dem rechten/patriotischen Spektrum eigen ist, so kommen hier verschiedene Attribute in Betracht, die in das metapolitische Schlachtfeld um moralische Deutungshoheit geworfen werden können. Das abstrakteste, aber dennoch greifbarste und mythischste Prinzip, dürfte hierbei die natürliche Präferenz des Eigenen sein. Ein Schritt in überholte Denkmuster wäre es, wenn man dieses Prinzip des „Eigenen“ nun mittels naturwissenschaftlicher Begründungsketten über genetischer Verwandtschaft, natürlicher xenophober Reflexe, Endogamie etc. erklären würde. Dass diese Argumentationsstruktur auf dem metapolitischen Feld der Moral, keine Durchschlagskraft entfalten kann, sollte gerade durch den „Gut“- „Böse“ Antagonismus einleuchtend geworden sein. Und selbst wenn jemand auf rein naturwissenschaftliche Thesen besteht, so sollte ihn die Disziplin der Psychologie lehren, dass der Mensch seine Handlungsmotive zu einem Großteil durch emotionale Anreize erhält. Die irrationale Wesensstruktur wird auch inzwischen von den allgemeinen Naturwissenschaften anerkannt. Wir sind generell in eine Ambivalenz zwischen reinen biologischen Motiven der Selbsterhaltung und der Wirkungsmacht geistiger und sozialer Mechanismen geworfen, in der letzteres inzwischen der offensichtlich bestimmende Faktor geworden ist, der dem ethnokulturellen Selbstabschaffungsprozess Vorschub leistet.

Es ist wahrscheinlich auch nicht übertrieben zu sagen, dass die Bestimmung des moralischen Konsens, überhaupt erst das zentrale Element gesellschaftlicher Stabilität ausmacht, unabhängig jeglicher politisch/administrativer Verwaltungsstruktur. Sowie die etablierte hegemoniale Ordnung ihre eigenen moralischen Grundsätze nicht mehr authentisch vertreten und rechtfertigen kann, schwindet auch ihr metapolitischer Dominanzanspruch. In diesem Sinne geht es für uns darum, auf dem Feld der Moral, ihre herrschende Begründung für Egalitarismus, Kosmopolitismus und den Einheitsmenschen offensiv zu attackieren und auf der anderen Seite, die Präferenz zum Eigenen und dessen Verteidigung herauszuarbeiten. Für das Eigene braucht es auch keine konkrete Begründung. Moralische Fundamente berufen sich immer auf Selbstverständlichkeiten und so können auch wir die Gültigkeit des „Eigenen“ also unserer Identität, schon durch die historischen Kontinuitätslinien unserer Existenz als Volk und ethnokulturelles Kollektiv begründen. Aus einem jahrtausendelangen Erbe, zu dessen Fortschreibung wir uns verpflichtet fühlen. Das „Eigene“ erschließt sich für uns nicht als ein egoistisches Handlungsmotiv oder kleinkarierte Besitzstandwahrung. Für uns als Identitäre ist es die Einbettung in eine natürliche und heilige Ordnung, woraus sich unser Bezugspunkt und unsere Stellung in der Welt konstituiert. Eine natürliche Verwachsung mit dem was unser „Selbst“ und unser „Eigenes“ ausmacht und ihm eine Form und Gestalt gibt.

Unser Eigenes, unsere Identität, unser Dasein sind der moralische Imperativ, den wir durch geschichtliche Tradition und Kultur auffüllen und fortsetzen wollen. Dabei verknüpft sich unser Menschenbild mit der Verwurzelung in eine kontextuelle Ordnung, die überhaupt erst den wesenhaften Kern des Identifikationsrahmens des menschlichen Daseins ausmacht. Was wir wollen, ist eine Welt der Völker und Kulturen in ihrer exklusiven Einzigartigkeit, Ästhetik und Schönheit. Statt dem Universum wollen wir das „Pluriversum“ (Carl Schmitt), in dem sich die eigentliche Menschlichkeit erst durch Herkunft, Zugehörigkeit und Ordnung ergibt und vollständig ausfüllt. Rein zoologisch und biologistisch betrachtet leben wir natürlich alle auf einer Welt und sind alles nur Menschen, wie es die linken Agitatoren immer wieder gerne proklamieren. In unserer tiefen Geistigkeit aber, erlebt jedes Volk und jede Kultur eine andere Welt in ihrer eigenen Unendlichkeit, Schönheit und Dynamik. Wir stehen für die Anerkennung des Menschen in seiner Begrenzung des Eigenen, da sich aus ihr auch erst der gesunde Zugang zum „Anderen“ entwickeln kann. Erst durch die komplexbefreite Identifikation mit uns selbst wird überhaupt erst die Möglichkeit eröffnet, auch das „Andere“ wahrzunehmen und anzuerkennen. Aus dem Bewusstsein des „Eigenen“ entwickelt sich also auch der gesunde Zugang zu unserer Umwelt, die uns Struktur und Orientierung gibt.

Insoweit besteht unser Auftrag, neben der reinen ethnischen Substanzerhaltung auch darin, dass Volk aus seinen geistigen Ketten zu befreien und die absurde Deformierung der Moral unserer Gesellschaft, durch ein selbstbewusstes Bekenntnis zum „Eigenen“ und zur Identität zu bekämpfen. Dabei ist es auch unsere historische Aufgabe aus dem fragmentarischen Puzzle unserer Identität, das Narrativ unserer ethnokulturellen Kontinuität wieder zusammenkleben, nachdem dieses durch eine seit einigen Jahrhunderten andauernden, geistesgeschichtlichen Krise in seine Einzelteile zerstückelt wurde und nun durch die universalistische Ideologie, in einem liberalen Säurebad aufgelöst werden soll. Der Liberalismus ist eben nicht einfach nur eine politische Agenda, sondern auf einer abstrakteren Ebene als Nihilismus, ein Zustand der die gesamte geistige Verfassung unserer Gesellschaft, einschließlich der Moral erfasst.

Hierbei darf das patriotische Lager nicht in einen selbstgefälligen Zustand geraten, der sich lediglich auf punktuelle Kritik an der herrschenden Problematik abarbeitet. Ausländerkriminalität, Islamisierung und Asylbetrug sind zunächst Nebenkriegsschauplätze und Folgen der geistesgeschichtlichen Moral-und Sinnkrise der westlichen Gesellschaften. Sie weisen lediglich eine „Dagegen“-Position aus, die aber durch ein moralisches „Dafür“ ergänzt werden muss.

In der Problematik um die Masseneinwanderung gibt es keine absolute, personalisierte Gegnerschaft. In der Befürwortung des „Eigenen“ muss gleichzeitig auch die Forderung des Ethnopluralismus hinzutreten, der jedem Volk und jeder Kultur, dass Recht zur Erhaltung seiner ethnokulturellen Exklusivität zuspricht. Mit diesem Verständnis der „Vielfalt“ stellen wir uns in eine klare moralische Konfrontationslinie zu der Linken, die diesen Begriff für ihre moralische Hegemonialstellung beansprucht hat. Da sich die Linken jedoch durch ihre „No Border-No Nation“-Ideologie als Fürsprecher der Masseneinwanderung inszenieren, werden sie gleichzeitig zu Erfüllungsgehilfen des universalistischen „One World“-Verständnisses. Sie sind lediglich die Vorposten des sogenannten „Smarties-Dogma“, in dem nach außen hin eine bunte Hülle simuliert und nach innen jedoch die totale Vereinheitlichung und Gleichschaltung praktiziert wird. Wir stehen daher klar für das „Recht auf Verschiedenheit“ ein, wie es von Seiten der Identitären Bewegung bereits in ihrem grundsätzlichen Selbstverständnis proklamiert wurde. Dem öden, langweiligen, uniformierten, kosmopolitischen Weltstaat, setzen wir das moralische Prinzip der tausenden verschiedenen Mythen, Traditionen, Kulturen, Völker, Geschichten, Ordnungen und Zugehörigkeiten entgegen. Die vielen verschiedenen Schwerpunkte der Kulturen sind Abbild eines der zentralsten Wesensmerkmale des Menschen. Eine bessere, gerechtere und schönere Welt ist für uns erst durch die Bejahung von Herkunft, Grenzen und Zugehörigkeit gewährleistet.

Dies sind für uns keine reaktionären Relikte, die den Menschen in seinen freien Entfaltungsmöglichkeiten eingrenzen. Diese Merkmale schaffen überhaupt erst Freiheit und bekennen sich zur Offenheit der Geschichte, die keinen endgültigen Zustand und kein zu „wünschendes“ Utopia anstrebt, die „Ja“ zum Leben in seiner schicksalshaften Gestalt sagen.

Was ist also Quintessenz aus der Erkenntnis zu entnehmen, dass die hegemoniale Machtausübung untrennbar mit moralischer Herrschaft zusammengeht? Schon der marxistische Theoretiker Antonio Gramsci formulierte in seiner Analyse zum Hegemoniebegriff, der immer auch einen moralischen Konsens beinhaltet, dass eine Attacke nur mittels der Etablierung einer eigenständigen „Gegenmoral“ erfolgen kann. Auch wir als identitäre Patrioten müssen also moralische Alternativen anbieten, deren Begründung aus sich selbst heraus erfolgen und durch wissenschaftliche Theorie lediglich flankierend bestätigt werden.

Metapolitik ist vor allem mit der Etablierung von „Selbstverständlichkeiten“ verbunden, die über politische, ökonomische und administrative Fragen hinausgehen. Wir müssen Orientierungsanker setzen, die unseren Botschaften und Forderungen auch eine emotionale Authentizität verleihen. Statt dem politischen Gegner weiterhin die Aktivitätsräume zu bieten, den moralischen Konsens zu bestimmen, müssen wir uns aus den fremdbestimmten Zuschreibungen lösen und sowohl die Heuchelei und Lüge der Moral des Gegners offensiv angehen und dabei selbst mit einer alternativen Moral des „Eigenen“ operieren, die die hegemoniale Dominanz des linksliberalen Mainstreams fundamental in Frage stellt. Die politische Impotenz und Isolation des rechten und patriotischen Lagers liegt gewiss nicht darin begründet, dass es nicht in der Lage wäre, auf intellektueller und wissenschaftlicher Basis seine Ansichten, Analysen und Forderungen zu verteidigen. Es sind vielmehr die limitierten Artikulationsräume, denen es an moralischen Grundwerten von Wahrheit und dem „Guten“ mangelt und dadurch vermutlich auch die Aktivität jener hemmt, die sich der rationalen Richtigkeit der jeweiligen Positionen vollumfänglich bewusst sind. Ein moralischer Konsens von rechts dient nicht nur der inhaltlichen Aufrüstung der eigenen Positionen und Selbstverortungen, er schafft ebenso Ankerpunkte die Mut und Selbstbewusstsein auf einer ganz neuen Ebene aktivieren können.