10169215_285848011581390_915260516_nVor nicht allzu langer Zeit in Dresden. Man wollte eigentlich dem örtlichen Ereignis der öffentlichen Christvesper vor der Frauenkirche lauschen. Da trat Landesvater Tillich vors Mikrofon und erhob das Wort. Ohne dem „C“ seiner Partei ernsthaft Bedeutung zuzusprechen, setzte es eine Mahnung an die Teilnehmer, sich doch der deutschen Lage wirklich bewusst zu werden. Übersetzt heißt das: Wir zehren von der friedlichen Revolution bis heute, da diese eine „Befreiung“ sei, von der wir täglich leben könnten. Die Solidarität des Westens sei unabdingbar und ein Geschenk. Genau deswegen müsse man auch jetzt solidarisch sein und die Neu-Ankömmlinge als Bereicherung empfinden. Das Teilen von Freiheit und Reichtum müsse daher als noble Selbstverständlichkeit angesehen werden. Zu guter Letzt dann der häufiger zu hörende Vergleich, dass die Deutschen ja schon einmal Massen integriert haben.

Während seiner Rede, die vom politischen Gehalt her die Stimmung des christlichen Ereignisses sprengte, entstand die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre ein Marktforschungsinstitut zu beauftragen, um diesen weltfremden Gedanken eines naiven und verwirrten Ministerpräsidenten empirisch den Boden zu ziehen. Das mutige Wort verhallt noch in den Gassen mancher Stadt: „Wir sind das Volk!“ So müssen wir noch viel lauter sein!

Am Abend dann im MDR ein Bericht über die Veranstaltung. Aus der Christvesper wird eine christlich inspirierte Protestkundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit, die in Bezug auf Teilnehmerzahl ziemlich knapp über der davor stattgefundenen PEGIDA Kundgebung lag. Ich fühle mich missbraucht und mein Vorurteil, eine objektive Presse im Land zu haben, bekommt die nächste Kopfnuss. Viele andere denken zunehmend genauso. Liebes MDR- Fernsehen, wo ist der Beleg würde sie der Dozent fragen! Was länger so gärt, wird garantiert Wut.

Passend zu der derzeitigen Stimmung ist auch die zum Jahreswechsel geäußerte Sichtweise von Joachim Gauck: „Ängste ernst nehmen, heißt nicht, Ihnen zu folgen.“ Und weiter formuliert er: „Unsere Kultur, unsere Demokratie steht gegen Unfrieden, Hass und todbringende Gewalt.“ Da redet einer aber dem Mainstream ins Gewissen! Wurde auch Zeit. Die personifizierte Abmahnung des linken Terrors hat er vermutlich nur vergessen.

Gedankensprung: Der Bruch in der Gesellschaft zeigt sich auch dadurch, dass viele linke Studenten weit weniger sicher in ihrer Weltsicht und ihrer Angriffslust erscheinen als das noch vor Jahren zu beobachten war. Wir erleben wahrlich einen Stimmungswandel, auch in Deutschland. Sicherlich noch immer eher in subkutaner Weise. Aber: Die Tunnel sind da, also muss die intellektuelle Neue Rechte jetzt angreifen!

Ein anderer schrieb jüngst über die Mentalität unserer Gesellschaft: „Wir haben eine hohe Scheidungsrate, dafür aber die Homo-Ehe. Wir engagieren uns für Behinderte, aber treiben Babys ab. Wir sind gegen Tierversuche, aber haben die größte Kosmetikindustrie. Wir knuddeln unser Haustier, aber bringen unser Einjähriges in die Kita, wegen der Sozialkompetenz. Na klar. Wir reden von Menschenwürde und gucken RTL. Wir posten R.I.P. auf Facebook, wenn ein Udo Jürgens oder Joe Cocker stirbt, aber bringen unseren Opa ins Heim. Unser Gebet in einer Kirche ist länger her als der Besuch bei YouPorn. Wir verteilen Kondome in der sechsten Klasse und hoffen, dass unsere Kinder die große Liebe finden.“ (Martin Vogt)

Das Problem der Multikulti-Verharmloser mit dem Islam: Er wird liberalen Verteidigern des Niedergangs als Reaktion auf Veränderung verstanden, dabei sehen die Verfechter des Islamismus die revolutionäre Tat, ja die glorreiche Zukunft vor sich. Darin ist noch echter Wille zu erkennen.

Wirft man einen Blick in das Buch des renommierten Ökonomen und Konfliktforscher Paul Collier, so liest man folgende Arbeitshypothese: „Das Recht überall zu leben, stellt keine logische Folge aus der Ablehnung des Rassismus dar.“ (Paul Collier: Exodus – Warum wir unsere Einwanderung neu regeln müssen, S. 28.) Der Mann könnte ein weiteres Zeichen des Bewusstseinswandels sein. In jedem Fall kann man mit ihm argumentieren.

Wir wollen und sollten Mut fassen: Denn die Geschichte kehrt derzeit zurück!