10562671_958836877479341_1979603513836378_oGötz Kubitschek ließ einmal verlauten, dass wir uns in einer Art „geistigen Bürgerkrieg“ befinden, indem es um die pure Existenz von Volk und Nation geht. Als Autor von Kontrakultur sind Erfahrungen gesammelt, die diese Beschreibung zu genüge verwirklicht sehen. Es folgt keine Aufzählung von Erlebnissen, sondern Gedanken über eigene Wirkungskreise. Selbstverständlich beschränkt man sich nicht darauf hier und da einen Artikel zu schreiben. Metapolitisch Handeln ist vielfältig. Dahinter steckt viel Lektüre, wissenschaftliche Ausbildung und der Glaube an die Notwendigkeit einer echten Veränderung.

Dieses Bewusstsein zu haben ist existentiell für das eigene Tun. Bedenken wir die Bedeutung des Einzelnen immer in Rücksicht auf das solidarische Feld, die Not-Gemeinschaft. Hier liegt an sich etwas ganz logisches zugrunde. Eine Erkenntnis, die so viele kennenlernen, wenn sie etwas gemeinschaftliches Verlieren. Daran anschließend quält jedoch eine Frage: Warum schaffen wir es nicht, den armen Einzelnen mehr unter die Arme zu greifen? Statt Charakterbildung sieht man in alten und neuen Strukturen häufig nur die Aufnahme von armen Gestalten, ohne diesen wirklich zu helfen. Die politische Gruppe muss daher stark zusammenwachsen. Sie sollte Leidens- und Wehrgemeinschaft sein. Hier reichen weder ein politisches Manifest noch die klare Feindbestimmung aus. Es bedarf des organischen Wachsens eines Körpers. Dieser kann nach einer Zeit zwar sterben, wird aber wie der Mensch eine Phase der antrainierten Höchstleistung erleben. Das muss das Minimalziel der Gruppe sein. Der Weg dorthin bedarf der Selbsterkenntnis und mutigen Aussprache miteinander. Das Politische und das Private sind in diesem Sinne nicht gänzlich zu trennen. Wer das nicht akzeptieren kann, verfehlt die Schlagkraft.

In Ergänzung hierzu gehört auch das Selbst-Bewusstsein. Erkenne, wer du bist. Lerne aus deinen Überforderungen, bedenke die Kräfte, die auf dich wirken und vergiss nie, dass Du nicht alleine bist. Liest man den viel zu früh gestorbenen Politikwissenschaftler Bernard Willms, dann weiß man, dass „überall in der physischen und moralischen Natur die einzelne Kraft nur aus der gesamten hervor[geht].“[1] Das gilt für die Gruppe, für die Familie und auch für unser Volk! Dies sind die verschiedenen Dimensionen der „gesamten Kraft“. Im besten Falle wird so der Anlauf durch gesammelte Energie geschaffen den ersten Schritt nach vorne zu tun. Widerstände können überwunden werden. Dazu zählt auch die Abwehr der Angst, nicht die bloße Zurschaustellung derselben. Noch einmal Willms: „Laßt das Denken nicht von Angst bestimmt sein und schon gar nicht die Politik. Angst frißt die Identität auf. Das Bemühen um Identität wäre gesellschaftlich die Rücknahme anspruchsvoller Sinnlosigkeit und politisch die Wiederherstellung der Nation.“[2]

Hierbei gilt es sich stetig den geistigen Triebfedern des eigenen Handelns zu vergewissern, die metapolitischen Schlachtfelder richtig zu erkennen und politische Standpunkte auch zu reflektieren. Der Dreiklang aus Erkennen-Reflektieren-Vergewissern kennzeichnet den stetigen geistigen Schöpfungsprozess, der die identitäre Idee auszeichnet und uns Klarheit über unsere Stellung im „geistigen Bürgerkrieg“ gewinnen lässt. Dieser Erkenntnisprozess und die Lageanalyse ist der verpflichtende Auftrag, den wir als Identitäre jeden Tag aufs neue annehmen und die Überzeugung bestärkt, dass das ethnokulturelle Erbe ewiger Fluss ist und keine zeitlich situative Erscheinungsform der Geschichte.

Der Bürgerkrieg im Übrigen ist weiterhin durch das „bewaffnete Wort“ (Maschke) offensiv zu führen. Kontrakultur arbeitet daran auf vielfältige Art und Weise. Wir sind sicher nicht da, wo wir sein wollen. Doch kann man das nur motivierend und disziplinierend zugleich verstehen. Gekommen um zu verändern, just wie Laibach besang: „Es gibt ein Leben vor dem Tod!“

 

[1] Bernard Willms: Identität und Widerstand, Schnellroda 2013, S. 17.

[2] Ebenda, S.31f.