Kontrakultur PodcastDie 21te Folge des Kontrakultur Podcasts widmet sich im aktuellen Thema erneut den Ereignissen in Syrien und Irak rund um den Islamischen Staat (IS). Hierbei geht es vor allem um die Frage eines identitären Dilemmas, ob man die westliche Intervention trotz der Vorbehalte einer ethnopluralistischen und multipolaren Weltsicht unterstützt, oder auch hier ein identitärer Imperativ gilt, der sich in erster Linie auf den Schutz der Festung Europa konzentriert. Gerade der religiöse Fundamentalismus gepaart mit universalistischen Streben, professionellen Militär und stringenter Organisationsstruktur, kann den IS auch zu einer existenziellen Bedrohung für Europa werden lassen, die sich zeitlich schon innerhalb des nächsten Jahres verorten lässt.

„Individualismus und der Verlust ethnokultureller Solidargemeinschaften“ ist das Schwerpunktthema unseres 21.ten Podcasts. Hierbei geht es vor allem um eine Kritik an der Auslagerung des „Sozialen“ auf rein verwaltungstechnisch und staatliche organisierte Institutionen. Die natürliche Solidargemeinschaft kann nur im kleinen und lokalen Rahmen erwachsen. Im Liberalismus verlagert sich diese Dimension zunehmend auf die „Nation“, der jedoch nicht die Aufgabe für den Zusammenhalt der sozialen Bindungsstrukturen, im ursprünglichen Sinne obliegt. Durch den Liberalismus entfremdet sich der Mensch zunehmend von seinen organischen Netzwerken über die dörfliche Gemeinschaft, Sippe, Genossenschaft, Nachbarschaft oder die Familie und sucht sich Bindungsprothesen in staatlich instituionalisierten Räumen. Eine identitäre Kritik muss hierbei vor allem ein kommunitaristisches Gegenmodell wiederbeleben und in die öffentlichen Diskursräume tragen.